Allgemeines Ratsarbeit

Gedankenabriss: Was könnte „Pragmatismus“ bedeuten?

Im Zuge meiner Haushaltsdebatte wurde ich in der Presse zitiert, dass ich aus „pragmatischen Gründen“ zustimmen würde. Die Münsteraner LINKE hat dies aufgegriffen und mir vorgeworfen.

Ich versuche nun rückblickend diesen Begriff distanziert zu betrachen.
Bei der politischen Entscheidungsfindung können verschiedenen Kriterien eine Rolle spielen: der Bürgerwille, das öffentliche Stimmungsbild, die Parteienposition, die fachliche Einschätzung, die Umsetzbarkeit, die möglichen politischen Mehrheiten, die eigene Meinung, das eigene Gewissen und das eigene Bauchgefühl. Die Entscheidung dann selbst ist eine Abwägung zwischen diesen verschiedenen Blickrichtungen oder sogar eine Bevorzugung eines bestimmten Aspekts.

Wann ist eine Entscheidung nun „richtiger“? Ich weiß es nicht, aber ich finde es wichtig, dass die Grundlagen für eine Entscheidung transparent und nachvollziehbar dargestellt werden. Des Weiteren sollte man sich von dem Anspruch verabschieden, grundsätzlich die beste Lösung zu bieten. Gerangele zwischen den politischen Lagern sollten dabei in den Hintergrund rücken, denn jeder hat mal eine gute und mal eine weniger gute Idee. Eine Sache nicht zu unterstützen, nur weil sie aus einer unliebsamen Richtung kommt, halte ich für falsch.