Wissensraum Münster
– Aktionsprogramm der Piratenpartei Münster –

Die Piraten setzen sich für freie Bildung & freies Wissen ein. Wir wollen die Schaffung des Wissensraum Münster und die Verwirklichung einer gemeinsamen Wissensallmende vorantreiben.

  • FREIE NETZE: Förderung von freien Funknetzen & Aufbau einer Netzwerk-Allmende. Wir sind gegen eine digitale Spaltung, soziale Ungleichheiten müssen beseitigt werden, um eine gesellschaftliche & politische Partizipation der Bürger zu ermöglichen.
  • FREIE LIZENZEN: Nutzung & Förderung von freien Inhalten. Die Stadt Münster soll eine Vorbildfunktion einnehmen, indem sie freie Lizenzen unterstützt; durch zum Beispiel „Creative Commons“ wird Kreativität in Wissenschaft, Kunst und Kultur angeregt.
  • OPEN COURSEWARE: Kooperation fördert eine bessere Lehre, eine Wissensgesellschaft ist möglich. Einrichtung einer Online-Plattform mit freien & kostenlosen Lehrmaterialen für Kindergärten, Schulen sowie Hochschulen & Erwachsenenbildungseinrichtungen.
  • OPEN SOURCE SOFTWARE: Langfristig ein flächendeckender Einsatz von freier Software in Schulen & Verwaltung. Vorteile sind Sicherheit durch Transparenz, Einsparungen von Lizenzkosten, Herstellerunabhängigkeit & Förderung lokaler Anbieter.
  • WEBSPACE IST BÜRGERRECHT: Schaffung einer digitalen, demokratischen & freien Öffentlichkeit für Diskussion & Meinungsäußerung. Installation eines „Public Space Server“, jeder Bürger soll einen kostenlosen, zensur- & werbefreien Webspace bekommen.
  • DIGITALE KULTURSTADT: Etablierung eines Kunst- und Kulturfestivals nach dem Vorbild der Linzer „Ars Electronica“. Für lokale Aktivisten digitalen Freiraum schaffen & an die urbane Szene binden. Die Stadt als attraktiven Kultur- & Tourismusort hervorheben.
  • FREIE KUNST: Kultur ist Gemeingut. An Förderkriterien wie freie Lizenzen finanzielle Anreize knüpfen. Aufbau eines „Public Culture Server“ als Infraktstrukturförderung für Kulturinitiativen. Freies digitales Archiv aller kulturellen Ereignisse in Münster einrichten.
  • OPEN ACCESS: Freien Zugang zu den Ergebnissen von öffentlich finanzierter Forschung garantieren. Entwicklung von Online-Archiven & finanzielle Unterstützung von Autoren. Unterstützung eines „Awards“ & eines Lehrstuhls für „Open Access“ an der WWU.
  • WEB SCIENCE: Ein Institut „Webwissenschaften“ & ein interdisziplinärer Studiengang mit sozialer, gesellschaftlicher, rechtlicher & technischer Perspektiven soll in Münster entstehen. Entwicklungen & Auswirkungen der neuen Medien stehen im Mittelpunkt.

Alle Inhalte des Aktionsprogramms „Wissensraum Münster“ der Piratenpartei Münster stehen unter der Lizenz Creative Commons by-sa (Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen) solange sie nicht ausdrücklich anderweitig gekennzeichnet sind. Erstellt am 04.08.2009 von Pascal Powroznik.
Vergleiche Ideen, Inhalte und Struktur in: Dobusch, Leonhard/ Forsterleitner, Christian (Hrsg.) 2007: Freie Netze. Freies Wissen: Ein Beitrag zum Kulturhauptstadtjahr Linz 2009, URL: http://www.freienetze.at/pdfs/fnfw(komplett).pdf (zuletzt abgerufen am 04.08.2009).

„Wissensraum Münster“ Aktionsprogramm der Piratenpartei Münster (PDF-Datei)
Themenkreis „Wissensraum Münster“ auf der Bürgerplattform „MS Polis“

5 Kommentare

  1. 1

    […] Umso mehr freut es mich, dass unsere Ideen jetzt auch in Deutschland weiterverwendet werden. Die Piratenpartei Münster hat sich bei uns informiert und ihr Programm „Wissensraum Münster” […]

  2. 2
    Thomas B.

    Naja, ich habe die Piraten mal gewählt ABER das eigentlich nur mit Blick auf die Bundestagswahl, wobei die Komunalwahl damit nun rein gar nichts zu tun hat. Ich finde es tatsächlich etwas schlapp, dass man hier krampfhaft versucht hat sich ausschließlich um „IT-Themen“ zu kümmern. Das mag bei der Bundestagswahl erstmal so gehen, aber nich bei der Komunalwahl. Was meine Stadt angeht interessieren mich auch ganz klar Dinge wie:

    – Warum wimmelt es hier nur so von Abzocker-Polizisten, da könnte man schon mal was machen…

    – Was ist mit dem Hafen

    – Was bringt die Umweltzone? Ich z.B. darf mir nun als Student ein neues kaufen, wofür ich das Geld nicht habe. Folglich werde ich wie wohl viele andere auch auf den Ring ausweichen und somit mehr Sprit in die Umwelt pusten. Ist das wirklich sinnvoll? Wo sind die Studien die belegen, dass es Umweltzonen die Luft verbessern, ich hab eher dsa Gegenteil gelesen…

    – Ludgerikreisel etc.etc…

    Alles Themen die man definitiv nicht ausklammern sollte, weil sie einen so sehr und unmittelbar treffen. Dazu müsste man bei einer Komunalwahl einfach ein wenig Farbe bekennen….
    Ihr hattet diesmal einen kleinen Sympatiebonus, aber bei der nächsten Komunalwahl will ich persönlich da mehr sehen!

  3. 3

    @Thomas B.
    Ahoi Thomas B.!

    Als wir uns nach der für uns erfolgreichen EU-Wahl Gedanken gemacht haben zur Kommunalwahl anzutreten, standen wir vor einen leeren Blatt Papier mit kommunalpolitischen Aussagen. Wir haben uns überlegt ob wir unsere Kernthemen in die Kommunalpolitik einbringen und auch ob wir wirklich was bewegen könnten. Wir sind letztlich zum Entschluss gekommen, dass wir Piraten einen nützlichen Beitrag leisten können und wir bereit sind Verantwortung zu übernehmen. Zusätzlich hatten und haben wir immer noch, aufgrund der Resonanz beim Stammtisch Münster, den Eindruck, dass viele BürgerInnen unsere Forderungen unterstützen werden.

    Einzelne Aussagen wie zum Beispiel zur „Videoüberwachung“ konnten wir auf den ersten Blick direkt aus unserem Kern- direkt ins Kommunalprogramm übertragen. Des weiteren haben wir uns geeinigt, dass wir für die Prinzipien „Transparenz“ und „Bürgernähe“ einstehen werden. Zunächst sind das mal auch nur Schlagwörter, aber wir sind davon überzeugt, dass wir sie glaubhaft vertreten werden. Aus unserer Perspektive ergeben sich daraus viele Aussagen und zeigen deutlich wie wir auch demnächst zu Entscheidungen kommen werden.

    Zufällig ist uns dann der Fragebogen der “Münsterschen Zeitung” (Aktion “In-160-Zeichen”) in die Hände gekommen. Die Beantwortung war für uns eine echte erste Herausforderung, innerhalb kürzester Zeit haben wir einen tragfähigen Konsens erreicht (im Wiki, Mailinglist und insbesondere beim Stammtisch konnten und haben alle Anwesende, also nicht nur Parteimitglieder, an den Formulierungen mitgearbeitet) und schließlich unsere Antwortung abgeschickt. Im übrigen haben wir zum Thema Umweltzone auch eine Antwort gegeben und haben auch durchblicken lassen, dass wir einen sinnvollen ökologischen, sozialen und ökonomischen ÖPNV unterstützen.

    Parallel dazu haben wir weitere Aussagen gesammelt und überarbeitet.

    Als nächstes bin ich auf das Buch „Freie Netze. Freies Wissen“ aufmerksam geworden. Beim lesen dachte ich, dass der Autor ein Pirat sein müsste, interessanterweise ist ein Herausgeber ein österreichischer Sozialdemokrat. In dem Buch wird der „Wissensraum Linz“ werden umgesetzte, aktuelle und zukünftige Projekte vorgestellt die auf kommunaler Ebene praktiziert werden und die Stadt entweder die Rolle des Projektträger oder eines Dialogpartners übernimmt. Zum Beispiel wird in Linz der sogenannnte „Public Space Server“ demnächst durch einen Ratsbeschluss umgesetzt. Aus einigen Beiträgen wird auch sehr deutlich warum auch auf unterster/ kommunaler Ebene manche Probleme angegangen werden müssten. Die Lektüre ist absolut empfehlenswert und steht auch unter „Creative Commons by-sa“. Sicherlich sind es alles irgendwo auch „IT-Themen“, allerdings haben sie nicht nur Auswirkungen auf zum Beispiel das „Internet“.

    Mittlerweile haben wir auch die Aktionsprogramme „Transparenz & Partizipation“ und „privater & öffentlicher Raum“ herausgegeben. Stellenweise ist sicherlich unsere „Herkunft“ aus der Informationstechnologie erkennbar, aber alle Aussagen & Forderungen haben unmittelbare Auswirkungen auf das reale Leben und nicht nur auf den „virtuellen Raum“. Auch in diesem Fall haben wir uns noch nicht von unseren Kernthemen entfernt, wir haben zum Teil neue Aussagen gefunden, die mit unseren Grundprinzipien vereinbar sind.

    Die weiteren Themen, die du ansprichst, werden wir in Zukunft sicherlich „nicht ausklammern“ und wir werden, und haben zum Teil auch schon, „Farbe bekennen“. Ich finde unser „Programm“ gelungen weil wir nicht die besten Rosinen aus den anderen Wahlprogrammen herausgepickt haben (die es zweifelsfrei auch gibt) und wir wirklich „neue“ Ideen in die Diskussion bringen. Einige aktuelle Lokalpolitiker haben auch schon Interesse generell und auch an einer Zusammenarbeit gezeigt.

    Bei aller Kritik an unserem, für manche vielleicht zu „kurzen“, Programm ist immer zu bedenken…
    -wir sind bisher noch nicht im Rat und kennen noch nicht alle Fakten
    -wir haben noch keine Erfahrungen als Lokalpolitiker gesammelt
    -wir hatten nur sehr wenig Zeit ein Programm auszuarbeiten
    -wir haben nur Punkte aufgenommen, die wir momentan einschätzen und 100% vertreten können.
    Diese Aufzählung kann man uns sicher auch zu Lasten legen, aber ich sehe darin auch einige Vorteile wie dass wir unvorbelastet, fernab einer Parteienideologie oder eines Links-/ Rechts-Denkens konstruktiv in Zusammenarbeit mit allen Ratsmitgliedern und Münsteranern an Problemen und Herausforderungen arbeiten werden.
    Du bist herzlich eingeladen an neuen (Piraten-) Standpunkten und Lösungsvorschlägen (innerhalb des Stammtisches oder der Mailinglist) mitzuarbeiten.

  4. 4

    […] erfolgreichen Piratenpartei: in deren Wahlprogramm findet sich als erster Punkt die Idee eines „Wissensraums Münster“, der nicht nur dem Namen nach dem Projekt des „Wissenraums Linz“ nachempfunden ist. […]

  5. 5

    Also ich meine dies war lediglich ne Trendsache

Was denkst du?