Wir sind Teil einer internationalen Bewegung für Bürgerrechte und kommen aus dem gesamten gesellschaftlichen Spektrum.
Im Stadtrat wollen wir vor allem für Transparenz, Datenschutz sowie freien Zugang zu Kultur, Wissen und Bildung eintreten. Mehr steht in unserem Programm.
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Piratenpartei in Münster kritisiert spätes Ende der sozialen Selektion

1. September 2010 Peter Horstmann Keine Kommentare

Im Wahlkampf wurde von Rot-Grün ein schnelles Abschaffen der Studiengebühren, ja ein sofortiger Stopp dieser unsozialen Bildungshürde gefordert. Nun stehen diese beiden Parteien in der Regierungsverantwortung und haben ihre vollmundigen Versprechen offenbar vergessen. Wie gestern im Gesetzesentwurf der Landesregierung zu lesen war, soll erst zum Wintersemester 2011/12 nun das Ende der sozialen Selektion an den Universitäten in Nordrhein-Westfalen eingeläutet werden. Zusammen mit vielen anderen Gruppen in Münster und NRW, etwa dem Aktionsbündnis gegen Studiengebühren oder dem AStA der Uni Münster,  treten die Piraten in Münster für einen früheren Termin ein.

Auch wenn wir die geplante finanzielle Kompensation und die gleiche Finanzierung aller Universitäten ausdrücklich begrüßen, müssen bereits zum kommenden Sommersemester die Hochschulen wieder allen Menschen offen stehen, ungeachtet ihrer sozialen Herkunft und ihrer finanziellen Möglichkeiten.

Der Kampf gegen ACTA bekommt Gesichter

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) ist immer noch nicht vom Tisch. Neben der Beschlagnahmung von Datenträgern an Staatsgrenzen sind auch Three Strikes-Regelungen im Gespräch . In internationalen Verhandlungen, ohne Beteiligung der Öffentlichkeit sollen so Fakten geschaffen werden.

Mehr Informationen zu ACTA findet man neben der Wikipedia auch in den Blogs von Stephan Urbach und Bastian Greshake. Die beiden haben auch das Video oben erstellt.

Freiheit statt Angst!

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, ein parteiunabhängiger Zusammenschluss von zahlreichen Bürgerrechtsorganisationen, Vereinen und Gewerkschaften wird am 11.09.2010 in Berlin erneut für Datenschutz und gegen die ausufernde Überwachung durch Wirtschaft und Staat auf die Straße gehen.

Wer jetzt an eine Demonstration gegen Videoüberwachung und Internetzensur denkt, liegt sicherlich richtig. Damit ist das Themenspektrum der „Freiheit statt Angst“ jedoch nicht erschöpft. Der unzureichende Schutz der informationellen Selbstbestimmung am Arbeitsplatz, die Einführung von elektronischem Personalausweis und elektronischer Gesundheitskarte, die unzureichenden Regelungen zum Datenschutz in Bildungseinrichtungen und nicht zuletzt die tägliche Verletzung der Rechte von Migranten und Migrantinnen in der immer weiter ausgebauten Sicherheitsarchitektur der EU werden in diesem Jahr thematisiert und kritisiert. In der heutigen Informationsgesellschaft ist Datenschutz (im weiteren Sinne) ein Querschnittsthema, das uns alle betrifft.

Den vollständigen Aufruf zur „Freiheit statt Angst“, sowie alle bisherigen Unterstützer und Unterstützerinnen findet ihr unter http://freiheitstattangst.de Aktuelle Informationen über den Stand der Organisation sind unter http://blog.freiheitstattangst.de nachzulesen.

Aus Münster wird in diesem Jahr eine gemeinsame Anreise per Bus nach Berlin organisiert. Der Bus startet am 11.09.2010 um 04.00 Uhr am Hindenburgplatz in Münster und fährt am gleichen Tag um 20.00 Uhr aus Berlin zurück. Tickets kosten 29 € pro Person und können unter:

http://www.deutsche-bus.de/bus/mieten/2010/09/11/8CNG3B

bestellt werden. Die Busfahrt wird vom AStA der Universität Münster organisiert. Wendet euch bei Rückfragen bitte an das Rückfragen deshalb bitte an das Datenschutzreferat des AStA (asta.it@uni-muenster.de).

Plakate und weiteres Informationsmaterial zur Freiheit statt Angst kann
unter:
http://shop.foebud.org/
kostenlos bestellt werden. Kleinere Mengen an Material kann die Ortsgruppe Münster des AK Vorrat ggf. direkt stellen.

Wir sehen uns in Berlin!

Einladung zum Kreisparteitag

Am Sonntag, den 25.7., lädt die Piratenpartei Münster zum Kreisparteitag unter freien Himmel in den Südpark, alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen zu kommen und mitzumachen, im Anschluss des “offiziellen” Teils wird auch noch der Grill angeworfen werden. Hier werdet ihr uns finden:


KPT 2010.1 PiratenMS auf einer größeren Karte anzeigen

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Offener Brief der Piratenpartei Deutschland

Folgender offener Brief der Piratenpartei Deutschland wird heute, der EU-Kommission und der Bundesregierung
zugestellt.

Die Verhandlungen des Anti Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) in Luzern Ende Juni wurden erneut im Geheimen geführt, das Ergebnis der Verhandlungen wurde nicht veröffentlicht. Nachdem selbst Mitgliedern des Europäischen Parlaments verboten wurde [1], ihre Informationen über ACTA mit der Öffentlichkeit zu teilen, wie der Abgeordnete Christian Engström von der Piratenpartei Schweden berichtet, ist es erneut mutigen Einzelnen zu verdanken [2], dass die Öffentlichkeit über die in ACTA geplanten Bürgerrechtsverletzungen informiert werden kann.

In Gesprächen mit der Piratenpartei sah sich die Europäische Kommission nicht in der Verantwortung, Transparenz über die Inhalte zu schaffen. Dies sei Aufgabe der deutschen Verhandlungsteilnehmer, die nicht durch die Kommission vertreten seien. Die Bundesregierung gab jedoch an, sehr wohl durch die Kommission vertreten zu sein und lediglich Beobachter zu den Verhandlungen geschickt zu haben.

Es ist offensichtlich, dass Kommission und Bundesregierung einander den schwarzen Peter zuschieben, für die Transparenz der Verhandlungen gegenüber der deutschen Öffentlichkeit Verantwortung zu übernehmen. Die Geheimhaltung der ACTA-Verhandlungen zeugt von einem Misstrauen gegenüber den Bürgern, von denen wiederum blindes Vertrauen in den guten Willen der Verhandlungspartner eingefordert wird. Diesen untragbaren Widerspruch prangern wir in unserem offenen Brief an und fordern Kommission und Bundesregierung auf, die ACTA-Verhandlungen endlich offenzulegen.

[1]http://christianengstrom.wordpress.com/2010/07/12/acta-negotiators-inform-the-parliament-in-secret/
[2] http://www.laquadrature.net/en/new-acta-leak-2010-07-13-consolidated-text-luzern-round

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Offener Brief
an die EU-Kommission und
an die Regierung der Bundesrepublik Deutschland

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit mehr als zwei Jahren verhandeln Staaten und Staatenbünde unter
Ausschluss der Öffentlichkeit über das Handelsabkommen ACTA, das
Anti-Counterfeiting Trade Agreement. Nur gelegentlich sickern
inoffiziell Zwischenergebnisse oder vermeintliche Zwischenergebnisse
durch. Erst jüngst hat das Europäische Parlament diese Vorgehensweise
kritisiert und gefordert, die Parlamente über den jeweiligen
Verhandlungsstand zu informieren. Zu den ACTA-Verhandlungen stellen wir
Ihnen im folgenden einige Fragen und bitten Sie um Antworten.

Was sind die Gründe für die Geheimhaltung der ACTA-Verhandlungen?
Geheimhaltung ist dann sinnvoll, wenn man eine Strategie plant und seine
Gegner darüber im Unklaren lassen will. Die Geheimverhandlungen sind
also Ausdruck eines grundsätzlichen Misstrauens gegenüber der
Öffentlichkeit, in deren Interesse Sie handeln sollen.

Gleichzeitig begegnen Sie jeglicher Kritik seitens der Bürgerbewegungen
mit Unverständnis. Sie zeigen sich verwundert über die Bedenken, die
durch die intransparente Verhandlungsführung und das Durchsickern
ungesicherter Informationen erst geschürt werden.

Warum fordern Sie mehr Vertrauen in den guten Willen der
Verhandlungsdelegationen, wenn Sie selbst nicht bereit sind, den Bürgern
ebenfalls Vertrauen entgegenzubringen und den Verhandlungsstand
offenzulegen?

Warum weigern Sie sich, den aktuellen Verhandlungsentwurf zu
veröffentlichen? Damit könnten Sie doch leicht unsere Befürchtungen
entkräften, ACTA verletze Bürgerrechte.

Wir fordern:

  • Der aktuelle Verhandlungsstand muss veröffentlicht werden.
  • Alle betroffenen Gruppen – Politik, Zivilgesellschaft und Industrie – müssen in die Verhandlungen einbezogen werden.
  • Es muss einen Dialog zwischen den ACTA-Delegationen und der europäischen Öffentlichkeit geben. Dieser Dialog muss offen, ehrlich und verständlich sein.

Wir appellieren an Sie: Nehmen Sie die Verantwortung wahr, die Sie
gegenüber den Bürgern Deutschlands und Europas haben!

Wir hoffen auf baldige Antwort und verbleiben
mit freundlichen Grüßen

Piratenpartei Deutschland