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Archiv für die Kategorie ‘Bildungspolitik’

PIRATEN begrüßen Vertagung der Entscheidung über Neuerrichtung der Sekundarschule in Roxel

13. Oktober 2011 Markus Barenhoff Comments off

Ratsherr Pascal Powroznik hatte sich am gestrigen Mittwoch mit einem offenen Brief [1] an Oberbürgermeister Lewe gewandt und darum gebeten, die Entscheidung über die Sekundarschule in Roxel zeitlich nach hinten zu verschieben. “Wenn wir jetzt in der Sache ‘Schulreform in Roxel’ Entscheidungen übers Knie brechen, dann würden wir einen falschen Weg beim Schulentwicklungsplan einschlagen.”, so Ratsherr Powroznik. Aus Sicht der PIRATEN besteht trotz großer Einigkeit im Rat noch viel Gesprächsbedarf von Seiten der Schüler, Lehrer und Eltern in Roxel: “Wir haben es wirklich geschafft uns parteiübergreifend und einstimmig auf eine kommunale Leitlinie in der Schulpolitik zu einigen. An dieser Stelle möchte ich mich dafür nochmals bei allen Beteiligten bedanken. Wir sollten diesen Meilenstein nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.”, so Powroznik weiter.

In einem Schreiben [2] an die Mitglieder des Rates und die anderen beteiligten Gremien teilt Stadträtin Andrea Hanke mit, dass die entsprechenden Entscheidungen nun verschoben werden: “Trotz intensiver Zusammenarbeit mit Schulvertretern und Schulaufsicht in den letzten Wochen und Monaten und eines aus Sicht der Verwaltung umfassenden Austausches über alle entscheidungsrelevanten Aspekte ist aus den gestrigen Konferenzen insgesamt deutlich geworden, dass der Abstimmungsprozess der Schulkonferenzen noch einen erweiterten Zeitrahmen in Anspruch nehmen wird.”

Die PIRATEN begrüßen diese Entscheidung sehr und werden sich aktiv daran beteiligen ein Konzept für Roxel zu erarbeiten und zu diskutieren, hinter dem neben dem Rat und der Verwaltung vor allem auch die beteiligten Schüler, Lehrer und Eltern in Roxel stehen.

[1] http://www.piraten-muenster.de/wordpress/2011/10/offener-brief-zur-sekundarschule-roxel-an-herrn-oberburgermeister-lewe/
[2] http://bit.ly/rht6gm

Categories: Bildungspolitik, Ratsarbeit Tags:

Offener Brief zur ‘Sekundarschule Roxel’ an Herrn Oberbürgermeister Lewe

12. Oktober 2011 Pascal Powroznik Comments off

Offener Brief zur ‘Sekundarschule Roxel’ an Herrn Oberbürgermeister Lewe:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Lewe,

ich bitte Sie sich im Interesse der Schülerinnen und Schüler dafür einzusetzen, dass in der nächsten Ratssitzung kein Beschluss zum Tagesordnungspunkt “Neuerrichtung einer Sekundarschule im Schulzentrum Roxel” gefasst wird.

Die Zeit ist reif, dass wir uns gemeinsam überlegen wie wir unser Verständnis von Politik neu definieren und ich sehe auch in weiten Teilen der Bürgerschaft die Bereitschaft und Motivation sich aktiv bei diesen Prozessen zu engagieren. Die Stadt Münster ist meiner Beobachtung nach auch die ersten richtigen kleinen Schritte auf diesen Weg gegangen, sei es zum Beispiel mit dem Hafenforum oder dem Bürgerhaushalt. Wenn wir jetzt in der Sache ‘Schulreform in Roxel’ Entscheidungen übers Knie brechen, dann würden wir einen falschen Weg beim Schulentwicklungsplan einschlagen. Wir haben es wirklich geschafft uns parteiübergreifend und einstimmig auf eine kommunale Leitlinie in der Schulpolitik zu einigen. An dieser Stelle möchte ich mich dafür nochmals bei allen Beteiligten bedanken, wir sollten diesen Meilenstein nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

‘Schulpolitik ist Ländersache’, meiner Auffassung nach ist das eher ein Fluch als ein Segen. Ich trete dafür ein, dass mehr Kompetenzen beim Bund angesiedelt werden und gleichzeitig auch die Entscheidungsträger vor Ort, sprich die Kommunen und Schulen selber, eine größere Autonomie erlangen. Unabhängig davon welche Parteienideologie jeweils aktuell im Landesparlament verfolgt wird, die Folgen der Streitigkeiten und das unzählige hin und her bei den Schulreformen müssen letztlich immer die Menschen mit den “kurzen Beinen” ausbaden. Die ‘meiste’ Erfahrung und die ‘beste’ Kompetenz haben immer noch die ‘Leistungsträger’ vor Ort. Entscheidungsträger, sei es auf Bundes-, Landes oder Kommunalebene, haben für die Rahmenbedingung, für die Infraktstruktur und für Kontinuität zu sorgen. Bei Ihrer Entscheidungsfindung sind immer alle ‘Leistungsträger’ einzubeziehen.

Grundsätzlich stehe ich dem Vorhaben einer Sekundarschule in Roxel positiv gegenüber.
Die ‘geeigneteste’ Schulform, sei es nun “Sekundarschule”, “Gemeinschaftsschule” oder “Gesamtschule, darf nicht von oben aufgezwungen werden. Ich bin mir der inhaltlichen Unterschiede durchaus bewusst, allerdings hat für mich oberste Priorität, dass alle Beteiligten (Schülerschaft, Lehrerkollegium, Eltern, Schulverantworliche, Verwaltung und Politik) mitgenommen und eingebunden sind. Dem Presseecho zufolge und nach den persönlichen Gesprächen habe ich nicht den Eindruck, dass auf “konsensualem Wege” (vgl. Rahmenkonzept der Schulentwicklungsplanung) alle Beteiligten ‘mitgenommen’ worden sind. Wir sollten kein ‘Fass ohne Boden’ aufmachen, ansonsten sind wir als politische Entscheidungsträger für die Gräben zwischen Schule, Politik und Verwaltung mitverantwortlich. Auf den Schulentwicklungsplan, sowie auf das Verhältnis zwischen Bürger und Politik, würde das einen weitereren Schatten werfen, und sie wissen ja selber um das Konfliktpotential, welches sich auch bei den Themen ‘Straßenumbennung’, ‘Fluchtlichtanlage für Preußen’ und “Wahl der Beigeordneten” zeigt.

Im Grundsatz kann ich das Drängen der Verwaltung, aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen, nachvollzuziehen. Allerdings habe ich Ihnen auch meine Prioritätensetzung dargelegt. Die Begründung in der Beschlussvorlage beinhaltet einen logischen Fehlschluss. Es ist richtig, dass die Schulen eine Bereitschaft zur Gründung einer Gemeinschaftsschule signalisiert haben. Es wird im folgenden suggeriert, dass ein Konsens zur Einrichtung einer Sekundarschule vorliege. Mit der Stellungnahme des Kollegiums und dem Konferenzbeschluss der Droste-Hauptschule Roxel wird ersichtlich, dass kein Konsens vorliegt und nicht alle Beteiligten eingebunden worden sind.

Die Piratenpartei Münster fordert, dass kurzfristig mehrere Gesprächstermine mit allen Beteiligten von der Verwaltung angesetzt werden. Dabei müssen drei Forderungen im Konsens verfolgt werden:
* Bestandsgarantie und Fortführung der bewährten inhaltlichen Konzepte aller drei beteiligten Schulen
* Ernstgemeinte und ernstgenommene Mitwirkungsmöglichkeiten für alle Beteiligten am Konzept “Schulcampus Roxel”
* Größtmögliche Übernahme des bisherigen Personals und Unterstützung des Lehrerkollegiums durch die Verwaltung bei den Gesprächen mit der Bezirksregierung

Eine Beschlussfassung zur Thematik im Dezember begrüße ich, damit im nächsten Schuljahr die Schulreformen greifen können. Dieser Wunsch steht aber unter dem Vorbehalt, dass die drei Forderungen erfüllt wurden. Sollte dem nicht so sein, plädiere ich dafür die geplanten Reformen um ein Schuljahr zu schieben.

Sie haben mir vor einigen Tagen geschrieben, wie wichtig es sei “den gewählten persönlichen und politischen Weg konsequent zu verfolgen, ohne Umwege”. Ich denke, dass auch Sie “diese Haltung erstens sehr gut verinnerlicht haben und zweitens ein gutes Gespür für die Stimmung und die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger haben”. Es ist oft schwer zu beurteilen, was der ‘richtige Weg’ ist, aber bitte unterstützen Sie mich in diesem Fall eine Ratsmehrheit zu überzeugen nicht vom Weg abzukommen. Bitte setzen sie sich für eine konsequente Konsensfindung ein.

Mit den besten Grüßen

Pascal Powroznik
Mitglied im Rat der Stadt Münster
Piratenpartei Münster

Update vom 12.10.2011: Die Verwaltung hat mit einem Schreiben geantwortet und schiebt wie gewünscht den Tagesordnungspunkt.

Die internationale Open Access-Woche

11. Oktober 2010 Bastian Greshake Comments off
Auch in diesem Jahr wird wieder die internationale Open Access Woche veranstaltet. Vom 18. bis zum 24. Oktober finden überall auf der Welt unter anderem Vorträge und Informationsstände rund um das Thema „offener Zugang zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen“ statt.
Traditionell erscheinen universitäre Forschungsergebnisse in Fachzeitschriften. Die Abonnements dieser Fachzeitschriften sind nicht nur für den einzelnen sehr teuer sondern erzeugen auch immense Kosten an den Bildungsinstitutionen. So gab allein die Universitäts- und Landesbibliothek Münster im Jahr 2008 über 2,2 Millionen Euro für die Abonnements von solchen Zeitschriften aus.
Das Prinzip Open Access versucht dieses Modell umzustrukturieren indem Wissenschaftler ihre Ergebnisse nach einer gewissen Frist entweder im Internet öffentlich zugänglich zweitveröffentlichen oder auch dadurch, dass Ergebnisse direkt in offen zugänglichen Open Access-Zeitschriften erscheint. Dadurch soll ein möglichst guter Zugang zu aktueller Forschung gewährleistet werden. Gleichzeitig wird es auch für Interessierte außerhalb des Forschungsbetriebs einfacher sich zu informieren.
Bereits im letzten Jahr haben auch die Münsteraner Piraten mit einem Informationsabend auf dieses wichtige Thema aufmerksam gemacht. Dabei kamen nicht nur die Grundlagen zur Sprache sondern auch praktische Tipps wie man selbst an der Universität Münster offen zugänglich publizieren kann.
„Als Universitätsstadt gibt es hier natürlich besonders viele Studenten zu erreichen. Es ist wichtig, dass angehende Wissenschaftler bereits im Studium mitbekommen wo die Nachteile des traditionellen Veröffentlichungsmodell liegen und wo die Vorteile von Modellen wie Open Access sind“, so Bastian Greshake von der Piratenpartei Münster.
Auch wenn die Münsteraner Piraten in diesem Jahr leider keinen Infoabend anbieten können: Die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) wird in der kommenden Woche in der Zentralbibliothek am Krummen Timpen einen Informationsstand anbieten. Mit Postern und Flyern wird dort genauso über Grundlagen aufgeklärt wie über die Möglichkeiten selbst an der Uni Münster Open Access zu betreiben.
Mittlerweile bietet die ULB mit einer Print-On-Demand-Schriftenreihe sogar ein hybrides Modell an bei dem es neben der Online-Veröffentlichung sogar Druckerzeugnisse von Inhalten gibt.
Die Folien des letztjährigen Vortragsabends gibt es hier:
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Piratenpartei in Münster kritisiert spätes Ende der sozialen Selektion

1. September 2010 Peter Horstmann 1 Kommentar

Im Wahlkampf wurde von Rot-Grün ein schnelles Abschaffen der Studiengebühren, ja ein sofortiger Stopp dieser unsozialen Bildungshürde gefordert. Nun stehen diese beiden Parteien in der Regierungsverantwortung und haben ihre vollmundigen Versprechen offenbar vergessen. Wie gestern im Gesetzesentwurf der Landesregierung zu lesen war, soll erst zum Wintersemester 2011/12 nun das Ende der sozialen Selektion an den Universitäten in Nordrhein-Westfalen eingeläutet werden. Zusammen mit vielen anderen Gruppen in Münster und NRW, etwa dem Aktionsbündnis gegen Studiengebühren oder dem AStA der Uni Münster,  treten die Piraten in Münster für einen früheren Termin ein.

Auch wenn wir die geplante finanzielle Kompensation und die gleiche Finanzierung aller Universitäten ausdrücklich begrüßen, müssen bereits zum kommenden Sommersemester die Hochschulen wieder allen Menschen offen stehen, ungeachtet ihrer sozialen Herkunft und ihrer finanziellen Möglichkeiten.