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	<title>Piratenpartei Münster &#187; Brief</title>
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		<title>Offener Brief der Piratenpartei Deutschland</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 11:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philip Brechler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[ACTA]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

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		<description><![CDATA[Folgender offener Brief der Piratenpartei Deutschland wird heute, der EU-Kommission und der Bundesregierung zugestellt. Die Verhandlungen des Anti Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) in Luzern Ende Juni wurden erneut im Geheimen geführt, das Ergebnis der Verhandlungen wurde nicht veröffentlicht. Nachdem selbst Mitgliedern des Europäischen Parlaments verboten wurde [1], ihre Informationen über ACTA mit der Öffentlichkeit zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Folgender offener Brief der Piratenpartei Deutschland wird heute, der EU-Kommission und der Bundesregierung<br />
zugestellt.</p>
<p>Die Verhandlungen des Anti Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) in Luzern Ende Juni wurden erneut im Geheimen geführt, das Ergebnis der Verhandlungen wurde nicht veröffentlicht. Nachdem selbst Mitgliedern des Europäischen Parlaments verboten wurde [1], ihre Informationen über ACTA mit der Öffentlichkeit zu teilen, wie der Abgeordnete Christian Engström von der Piratenpartei Schweden berichtet, ist es erneut mutigen Einzelnen zu verdanken [2], dass die Öffentlichkeit über die in ACTA geplanten Bürgerrechtsverletzungen informiert werden kann.</p>
<p>In Gesprächen mit der Piratenpartei sah sich die Europäische Kommission nicht in der Verantwortung, Transparenz über die Inhalte zu schaffen. Dies sei Aufgabe der deutschen Verhandlungsteilnehmer, die nicht durch die Kommission vertreten seien. Die Bundesregierung gab jedoch an, sehr wohl durch die Kommission vertreten zu sein und lediglich Beobachter zu den Verhandlungen geschickt zu haben.</p>
<p>Es ist offensichtlich, dass Kommission und Bundesregierung einander den schwarzen Peter zuschieben, für die Transparenz der Verhandlungen gegenüber der deutschen Öffentlichkeit Verantwortung zu übernehmen. Die Geheimhaltung der ACTA-Verhandlungen zeugt von einem Misstrauen gegenüber den Bürgern, von denen wiederum blindes Vertrauen in den guten Willen der Verhandlungspartner eingefordert wird. Diesen untragbaren Widerspruch prangern wir in unserem offenen Brief an und fordern Kommission und Bundesregierung auf, die ACTA-Verhandlungen endlich offenzulegen.</p>
<p>[1]<a href="http://christianengstrom.wordpress.com/2010/07/12/acta-negotiators-inform-the-parliament-in-secret/">http://christianengstrom.wordpress.com/2010/07/12/acta-negotiators-inform-the-parliament-in-secret/</a><br />
[2] <a href="http://www.laquadrature.net/en/new-acta-leak-2010-07-13-consolidated-text-luzern-round">http://www.laquadrature.net/en/new-acta-leak-2010-07-13-consolidated-text-luzern-round</a></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>Offener Brief<br />
an die EU-Kommission und<br />
an die Regierung der Bundesrepublik Deutschland</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>Seit mehr als zwei Jahren verhandeln Staaten und Staatenbünde unter<br />
Ausschluss der Öffentlichkeit über das Handelsabkommen ACTA, das<br />
Anti-Counterfeiting Trade Agreement. Nur gelegentlich sickern<br />
inoffiziell Zwischenergebnisse oder vermeintliche Zwischenergebnisse<br />
durch. Erst jüngst hat das Europäische Parlament diese Vorgehensweise<br />
kritisiert und gefordert, die Parlamente über den jeweiligen<br />
Verhandlungsstand zu informieren. Zu den ACTA-Verhandlungen stellen wir<br />
Ihnen im folgenden einige Fragen und bitten Sie um Antworten.</p>
<p>Was sind die Gründe für die Geheimhaltung der ACTA-Verhandlungen?<br />
Geheimhaltung ist dann sinnvoll, wenn man eine Strategie plant und seine<br />
Gegner darüber im Unklaren lassen will. Die Geheimverhandlungen sind<br />
also Ausdruck eines grundsätzlichen Misstrauens gegenüber der<br />
Öffentlichkeit, in deren Interesse Sie handeln sollen.</p>
<p>Gleichzeitig begegnen Sie jeglicher Kritik seitens der Bürgerbewegungen<br />
mit Unverständnis. Sie zeigen sich verwundert über die Bedenken, die<br />
durch die intransparente Verhandlungsführung und das Durchsickern<br />
ungesicherter Informationen erst geschürt werden.</p>
<p>Warum fordern Sie mehr Vertrauen in den guten Willen der<br />
Verhandlungsdelegationen, wenn Sie selbst nicht bereit sind, den Bürgern<br />
ebenfalls Vertrauen entgegenzubringen und den Verhandlungsstand<br />
offenzulegen?</p>
<p>Warum weigern Sie sich, den aktuellen Verhandlungsentwurf zu<br />
veröffentlichen? Damit könnten Sie doch leicht unsere Befürchtungen<br />
entkräften, ACTA verletze Bürgerrechte.</p>
<p>Wir fordern:</p>
<ul>
<li> Der aktuelle Verhandlungsstand muss veröffentlicht werden.</li>
<li> Alle betroffenen Gruppen – Politik, Zivilgesellschaft und Industrie – müssen in die Verhandlungen einbezogen werden.</li>
<li> Es muss einen Dialog zwischen den ACTA-Delegationen und der europäischen Öffentlichkeit geben. Dieser Dialog muss offen, ehrlich und verständlich sein.</li>
</ul>
<p>Wir appellieren an Sie: Nehmen Sie die Verantwortung wahr, die Sie<br />
gegenüber den Bürgern Deutschlands und Europas haben!</p>
<p>Wir hoffen auf baldige Antwort und verbleiben<br />
mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Piratenpartei Deutschland</p>
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