Archiv

Artikel Tagged ‘Google’

Leserbrief “Verfehlter Bildungsbegriff?” (Powroznik) zum MZ-Artikel “Google killt Bildung”

Zum Artikel Google killt Bildung – Literaturwissenschaftlerin: Solide Bildung hilft bei der Orientierung im Internet in der Münstersche Zeitung vom 06.01.2012 hat Ratsmitglied Pascal Powroznik einen Leserbrief verfasst:

Verfehlter Bildungsbegriff?

Der Professorin Wagner-Egelhaff möchte ich zugutehalten, dass der Interviewer eine Überschrift gewählt hat, die ihre inhaltlichen Aussagen nur bedingt treffen und die dramatisiert formuliert ist. Einige Statements haben auch ohne die Betrachtung des Internets, welches in einer festgelegten eindeutigen Form so nicht existiert, ihre berechtigte Aussagekraft. Ich stimme der Wissenschaftlerin zu, Bildung helfe bei der Orientierung im Internet. Eine Suchmaschine “kille” die Bildung, ist hingegen ein verdrehter Umkehrschluss. Die Akademikerin bestätigt leider den verfehlten Bildungsbegriff des Journalisten. Niemand behauptet, Google oder sonst ein Werkzeug zur Recherche erzeuge Bildung. Auch ist die sogenannte ‘Informationsflut im Internet’ eine Mär. Gerade bei der Benutzung einer Suchmaschine werden gefilterte Daten angezeigt, die ganze Bandbreite der Datensätze ist ohnehin nicht einsehbar und das ist auch nicht beabsichtigt. Informationen, auch in Form von Wissen, werden dadurch nicht automatisch vom Nutzer angeeignet, sondern überhaupt erst zur Verfügung gestellt. Dabei ist zu bedenken, dass für diese Handlung vom Suchenden bereits Kompetenzen der Medienkunde und -nutzung angewendet wurden. Dass dann zu einer Allgemeinbildung auch eine ausgereiftes medienkritisches Verständnis gehört, versteht sich von selbst.

Das Internet ist kein Medium, sondern eine Sammlung von Mediendienstleistungen, die auf einen imens großen Datensatz zugreifen kann und bis dato unvorstellbar variable Kommunikationssituationen ermöglicht. Wer Medien gegeneinander auspielt, verkennt dabei die Option ihre jeweiligen Vorteile in bestimmten Kontexten zu nutzen.
Niemand spricht von ‘Informationsflut’ oder sogar “Wissensabbrüchen”, wenn man in einer Bücherei vor einer beträchtlichen Datenmenge steht, und erwartet alles wissen oder überblicken zu können.
Deshalb plädiere ich dafür, die ständige und einfache Verfügbarkeit von globalem Wissen eben nicht verklärt als Einschränkung zu stigmatisieren, sondern als Chance zur Auflebung des Traums der Bibliothek von Alexandria zu begreifen.

Pascal Powroznik
Ratsmitglied für die Piratenpartei im Rat der Stadt Münster

Gescherweg 58
48161 Münster
pascal@piratenpartei-muenster.de

Im Zeitungsartikel ist über dem Interview eine Bildmontage (Google-Logo und ein Schatten eines Gesichts) zu sehen. Als Bildunterschrift wurde folgender Text gewählt:

Die ständige und einfache Verfügbarkeit von globalen Wissen via Google schränkt die Bildung ein. Zumindest vertritt Professor Martina Wagner-Egelhaff von der Uni-Münster diese These.

PM: Piratenpartei klärt über Street View auf

Veranstaltungsabend am Dienstag, 25.5.2010

In den letzten Tagen geriet der Dienst “Street View” von Google seitens der Medien und der Politik häufiger in die öffentliche Kritik.
Nicht nur weil die Fahrzeuge, die bereits auch in Münster eingesetzt werden, Fotos der Straßenzüge und Gebäude machten, sondern auch weil sie ebenfalls die öffentlich einsehbaren Namen und Standorte drahtloser Netzwerke und zum Teil auch unverschlüsselte Datenfragmente mitschnitten.

Die Piratenpartei Münster, die sich den Datenschutz auf die Fahnen geschrieben hat, kann bei näherer Betrachtung an Googles Vorgehensweise nichts verwerfliches finden und sieht den Konzern in diesem Fall zu unrecht in der Kritik.

Die WLAN-Technologie basiert auf Funk, und so ist es kaum zu vermeiden, dass ein Funknetzwerk Grundstücksgrenzen überschreitet. WLAN Nutzer, die keine Verschlüsselung verwenden, sollten sich deshalb im klaren darüber sein, dass sie ihre Daten im Klartext für jedermann lesbar übertragen und Dritten die Möglichkeit geben, die eigene Internet Verbindung zu nutzen.

Die Piratenpartei betont deshalb auch immer wieder die Wichtigkeit, dass eigene Netzwerk mit moderner Verschlüsselung wie z.B: WPA2 abzusichern.
Dies wurde so auch im Urteil des Bundesgerichtshofes vom 12. Mai 2010 klar, in dem eine Mithaftung von Betreibern ungesichterter Funknetzwerke bestätigt wurde.

Aus diesem Grund veranstaltet die Piratenpartei Münster am 25.05.2010 um 19:30 Uhr in der Frauenstraße 24 einen Informationsabend zu Google Street View.
Es sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sich über die technischen und gesetzlichen Hintergründe zu informieren.
Es soll aufgeklärt werden, was genau Street View macht, wo Vor- und Nachteile liegen und welche Möglichkeiten dem Bürger durchaus gegeben sind, gegen die Verwendung etwaiger Daten Einspruch einzulegen.

Damit möchte die Piratenpartei in Münster zu einem differenzierteren Bild beitragen, denn Google Street View ist ein interessanter Dienst mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten.
Er kann dem Standort Münster Vorteile in wirtschaftlicher und touristischer Hinsicht bringen.

Die Piratenpartei Münster hofft mit dieser Informationsveranstaltung dem Bürger die Angst vor Google Street View durch Aufklärung nehmen zu können und würde sich über zahlreiches Erscheinen am Informationsabend freuen.

Klarmachen zum Ändern!